Venekoten

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Geschichte

Uns ist in alten Maehren
wunder viel gesagt
von ruhmesreichen Helden,
kuehn und unverzagt;
von Festen und von Freuden,
von Weinen und von Klagen,
von kuehner Recken Streiten
koennt ihr Wunder hoeren sagen.

- Uebersetzung aus dem "Nibelungenlied" -      



Uns ist in alten Maehren
wunder viel gesagt
von ruhmesreichen Helden,
kuehn und unverzagt;
von Festen und von Freuden,
von Weinen und von Klagen,
von kuehner Recken Streiten
koennt ihr Wunder hoeren sagen.

- Uebersetzung aus dem "Nibelungenlied" -      

Venekoten

..., in dieser wunderschoenen Bruch- und Waldlandschaft, nahe der heutigen Grenze zu den Niederlanden, haben bereits im fruehen Mittelalter die Helden des Nibelungenlieds hier ihr Lager aufgeschlagen und nach frischem Wild gejagt.

Als zum Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. die in diesem Gebiet ansaessigen Roemer durch die germanischen Staemme verdraengt waren, kam es im Jahre 496 bei Zuelpich zur Entscheidungsschlacht zwischen den beiden um die Vormacht kaempfenden Alemannen und Franken.

Mit dem Sieg der Franken erstarkte ein neues, maechtiges Reich, das unter Chlodwig I. (466-511) und dessen Soehnen als das Merowingerreich in die Geschichte eingehen sollte.

Zur Verwaltung dieses Reiches wurden Grafen eingesetzt, Lehensleute des Koenigs, die die spaeter auch erbliche Herrschaft ueber einen so genannten Gau ausuebten.

Venekoten, zwischen den Fluessen Niers und Maas gelegen, fiel dem erstmals 837 urkundlich erwaehnten Muehlgau (Moilla) zu.

Im Anschluss an die Merowinger folgten ab 751 die Karolinger (Karl der Grosse - 747/748-814), ebenfalls Franken, und 966 wird ein gewisser Eremfredi als Gaugraf im Muelgau benannt. 1082 werden als Gaugrafen die Herren von Kessel mit Burg und Muehle in Brueggen genannt.

Den Herren von Kessel wurde unter anderem die Grundherrschaft des Koelner Domkapitels zu "Waldniel" und "Amern" uebertragen, heute beides Orte der nahe gelegenen Gemeinde Schwalmtal.

Die zuvor genannten Muelgaugrafen streiften ebenso durch Venekoten, wie die Lehensleute der Grafen von Geldern oder die "Herren von Brempt" (erstmals 1113 genannt) und die Herren von Elmpt (1203 erwaehnt), die den unweit von hier spaeter entstandenen Doerfern ihre edlen Namen schenkten.

Die "Herren von Brempt" gaben um 1150 in "Niederkruechten" den Bau einer der ersten Kirchen in Auftrag.

Die Herren von Elmpt waren mit grossen Besitztuemern gesegnet und erbauten das stattliche "Haus Elmpt". 1583 liess "Gerhart von Elmpt" auf dem nahe bei Venekoten gelegenen "Gut Dilborn" ein grosses Schloss errichten, dass heute eine Jugendhilfeeinrichtung beherbergt.

Mit dem Erstarken der Grafschaften Juelich, Berg und Geldern zwischen dem 12. und dem 14. Jahrhundert kam es immer wieder zu Streitigkeiten um die Vorherrschaft in diesem Gebiet.

1372 fiel Geldern an Juelich und beide Grafschaften einigten sich auf eine "Personalunion", die bis 1423 hielt. Danach wurde Geldern aufs Neue selbststaendig.

In der Mitte des 15. Jahrhunderts stieg das Herzogtum Burgund zur Hegemonialmacht Westeuropas auf. Der Eroberungsdrang der Burgunder hatte zur Folge, dass zwischen 1472 und 1477 die Gebiete um Venekoten militaerisch besetzt wurden.

1494 wurde die nahe Venekoten gelegene "Burg Brueggen" zur noerdlichsten Grenzfestung des Herzogtums Juelich. Ihr strategischer Wert hielt bis 1794.

Nach dem Ende der Herrschaft Burgunds gelangten die Gelderner Gebiete 1538 in die Hand des Herzogs von Kleve, um dann 1543, nach dem Vertrag von Venlo, an das Haus Habsburg zu fallen, das sich als legitimer Erbe Burgunds sah.

Von nun an war Venekoten Teil der spanischen Niederlande.

Auch die Herren Bylandt aus "Rheydt", die 1553 eine gewaltige Burg auf der ehemaligen "Hofanlage Brempt" erbauen liessen, ritten mit Sicherheit durch Venekoten.

Ab 1618 wuetete hier der 30jaehrige Krieg, der dann 1648 mit dem Westfaelische Frieden beendet wurde. Ab 1672 durchforsteten die Truppen des franzoesischen Koenig Ludwig XIV. diese Gegend. Frankreich trachtete danach, die hiesigen spanischen Gebiete in Besitz zu nehmen. Dies scheiterte und 1713, mit dem Frieden von Uetrecht, fiel dieses Grenzland an die oesterreichischen Niederlande.

1792 bis 1797, waehrend des 1. Koalitionskrieges (Oesterreich und Preussen gemeinsam gegen Frankreich), durchstreiften erneut franzoesische Truppen diesen Landstrich, der ihnen nach dem Frieden von Campo Formio 1797 als Teil der linksrheinischen Gebiete zufiel.

Ab 1801, als Folge des Friedens von Lunéville zum Ende des 2. Koalitionskrieges, gehoerte Venekoten zum franzoesischen Roerdépartment.

Nach dem Sieg ueber Kaiser Napoleon I. von Frankreich (1769-1821), nahm 1815 auf Beschluss des Wiener Kongress, Koenig Friedrich Wilhelm III. von Preussen Besitz von diesen Gebieten.

Seit 1822 war Venekoten Teil der Verwaltung Rheinprovinz.

Nach dem 1. Weltkrieg gelangte die Rheinprovinz 1918 unter militaerische Besetzung alliierter Truppen. Bestaetigt wurde dies im Versailler Vertrag von 1919.

Dann, 1936 marschierte Hitlers Reichswehr hier ein und brachte diese Gebiete unter deutsche Regierung.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde diese ehemalige Rheinprovinz 1946 mit der Provinz Westfalen zum neuen Bundesland Nordrhein-Westfalen zusammengefuehrt, dem Venekoten heute noch angehoert.

Nach Kiesabbauarbeiten 1967-1972 entstand der Venekotensee mit einer Gesamtflaeche von ungefaehr 115.000 qm. Gleichzeitig wurden rund 400 Haeuser und Wohnungen errichtet, urspruenglich fuer Wochenend-Urlauber gedacht,...

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Nähere Informationen zur Entwicklung Venekotens ab 1970 finden Sie unter dem Menüpunkt "Damals Teil 1".